Transkript der Videoaufnahme vom 11. Oktober (Besuch des ACER bei Erzbischof Job)

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Transkript der Videoaufnahme vom 11. Oktober (Besuch des ACER bei Erzbischof Job)

Message par modérateurs forum le Jeu 12 Nov - 22:02

Zum Verständnis des hier in deutscher Übersetzung wiedergegeben Wortwechsels zwischen Erzbischof Job und Teilnehmern des diesjährigen Kongresses von ACER-MJO vom 11. Oktober 2015 in Paris bedarf es auch der Kenntnis des dieser Begegnung vorausgegangenen Briefwechsels. Da dieser bis jetzt noch nicht ins Deutsche übersetzt ist, hier nur eine ganz knappe Vorbemerkung:
In seinem Brief an den Vorstand von ACER vom 1. Oktober bemängelt Erzbischof Job, dass er zum diesjährigen Camp nicht eingeladen worden sei und dass Vater Christophe D'Aloisio ohne seine Kenntnis und seine Einwilligung als Geistlicher daran mitgewirkt habe. Er behauptet auch, Vater Christophe habe sich schwerer Vergehen gegen die Hierarchie schuldig gemacht, ohne zu sagen oder auch nur anzudeuten, worin diesen Vergehen bestehen. Außerdem verbietet er Vater Christophe, der in der Einladung zum Kongress als einer der drei Redner vorgesehen war, öffentlich das Wort zu ergreifen, weil er als Priester suspendiert sei und nicht predigen dürfe. Das Schreiben enthält auch scharfe Angriffe gegen den Vorstand von ACER.
In seinem Antwortschreiben verwahrt sich der Vorstand von ACER-MJO gegen diese massive Kritik. Unter Bezugnahme auf ein früheres Schreiben von acer an Erzbischof Job vom 31. Juli werden die seinerzeit zur Begründung der Dispens angeführten Vorwürfe (Vater Christophe habe gegen die Metropolie von Belgien beim Gericht Klage erhoben, das Kirchengericht des Erzbistums sei mehrmals zusammengetreten und habe die Vorwürfe geprüft, Vater Christophe habe sich einer Befragung verweigert etc.) als unwahr und vollkommen unbegründet zurückgewiesen. Insbesondere protestiert der Vorstand von acer dagegen, dass Erzbischof Job unter Berufung auf die Suspens von Vater Christophe ein allgemeines Redeverbot über ihn verhängt.


Transkript der Videoaufnahme vom 11. Oktober (Besuch des ACER bei Erzbischof Job)
Elyane Jacques; aus dem Französischen von Elena Sonntag und Peter Sonntag
Transkription (mit Minutenanzeige) vom BESUCH DES ACER UND DER GLÄUBIGEN BEIM ERZBISCHOF (beim sonntäglichen Kaffee der Gemeinde Rue Daru)
Sonntag, 11. Oktober 2015
(Videoaufnahme von Diane Maizel)
[Eintritt und Stimmengewirr...]
2.00 – Mgr. Job: Wenn Ihr mich als Euren Erzbischof respektiert, solltet Ihr mir zu allererst nicht auf diese Art und Weise schreiben, wie Ihr schreibt, in dem Ton, in dem Ihr schreibt, in der Art, in der Ihr schreibt, und mich für Dinge beschuldigen ... denn Eure Beschuldigungen sind unbegründet, und diese Anschuldigungen, mit denen Ihr uns, die Hierarchie, anklagt ... könnten sich gegen Euch wenden. Es liegt nicht an Euch, über die Wahrheit zu bestimmen. Christus ist die Wahrheit. Christus hat seine Autorität den Aposteln weitergegeben, die sie ihrerseits den Bischöfen weitergegeben haben. Die Kanones stammen von den Aposteln und den Kirchenvätern.
[Stimmengewirr]
3.15 –Mgr Job: Hört zu, wenn Ihr Teil der Herde seid, werdet Ihr mir jetzt zuhören, Ihr werdet mir nicht ins Wort fallen und Ihr werdet mich nicht der Lüge bezichtigen.
Das heißt, Ihr werdet Euer Benehmen ändern. Nehmt ein kirchliches Verhalten an, und wir werden miteinander sprechen können. [Stimmengewirr]
4.00 –Mgr Job: Meine Nachricht an Euch war sehr klar. Ich habe an ACER geschrieben. Ihr organisiert einen Kongress... (eine Stimme: Sie wurden eingeladen). Dieses Jahr habt ihr es nicht getan. Also habt Ihr Unrecht, das ist es, was ich Euch in Eurem Brief geschrieben habe. {Unbekannte Stimme: Ihre Vorgänger sind von selbst gekommen, man musste sie nicht einladen.} Hört: Die Anderen, das sind die Anderen; ich bin ich. Es gibt das Protokoll. Man muss sich an das Protokoll halten. Mein Brief ist sehr deutlich. Es ist kein polemischer Brief. Es ist ein Brief, der Euch den Weg weist, dem Ihr zu folgen habt. Entweder Ihr wählt den Weg, der im Brief geschrieben steht, und wir werden einen Dialog haben; wenn nicht, stellt Ihr Euch außerhalb der Kirche, denn wenn Ihr außerhalb dessen, was im Brief steht, agiert, seid Ihr außerhalb der Kirche. So ist die Orthodoxe Kirche. Es tut mir leid. Wir sind hier keine protestantische Kirche des orientalischen Ritus. Wir sind eine orthodoxe Kirche. Wenn Ihr eine protestantische Kirche orientalischen Ritus’ sucht, sucht nur, die ist nicht hier; da seid Ihr an der falschen Adresse ...es reicht! In dem Brief, den ich Euch geschrieben habe, gibt es... [Stimmengewirr]
5.38 – { Jemand kritisiert einen grammatischen Fehler des Erzbischofs.}
- Mgr Job: Wie? Ich glaube, Sie sind schwerhörig, mein lieber Mann... [Stimmengewirr]
5.48 –Mgr Job: Ich wiederhole: in dem Brief, den ich Euch geschrieben habe, ist alles gesagt. Das ist kein Brief, auf den man antworten muss, indem man mir vorgibt, wie ich mich zu benehmen hätte. Der Brief soll Euch die Ordnung der Kirche ins Gedächtnis rufen. Über die Ordnung der Kirche gibt es keinen Dialog. Nicht ich habe die Ordnung der Kirche aufgestellt. Sie ist mir auferlegt und ich muss sie befolgen, und wenn Ihr in der Kirche sein wollt, müsst Ihr die Ordnung der Kirche befolgen. Auch ich selbst muss sie befolgen. Ich stehe nicht über der Ordnung der Kirche, ich bin der kirchlichen Ordnung unterworfen.
6.28 –Mgr Job: Ich sagte euch, haltet die Ordnung der Kirche ein. Diese zu beachtende Ordnung, das ist etwas, das uns auferlegt ist, Euch wie auch mir, und nicht etwas, das man ablehnen kann oder mit dem man Kompromisse machen kann oder was auch immer. Der Brief, den ich Euch geschickt habe, ist kein Brief, auf den Ihr zu antworten habt. Ich habe Eure Antwort gelesen. Es tut mir leid, Ihr behandelt mich wie einen Lügner. Es ist kein Dialog möglich. Erkennt meinen Brief an, dann wird ein Dialog möglich sein. [Stimmengewirr]
{- A. De Moffarts: Aber haben Sie denn die Wahrheit gesagt?}
- Hören Sie, Madame (A. de Moffarts), wenn Sie kein Vertrauen auf Ihren Patriarchen haben, auf Ihren Erzbischof, auf die Bischöfe, die in der Kirche eingesetzt sind, um Christus zu dienen, und um Euch zu dienen, wenn Sie keine Achtung vor ihnen und kein Vertrauen auf sie haben, weiß ich nicht, was Sie hier suchen...
{- A. De Moffarts: Ich vertraue Ihnen nicht.}
- Mgr Job: Ihr seid frei, mir kein Vertrauen zu schenken. Ihr seid frei, nicht hierher zu kommen. Ihr seid frei. Wir alle sind frei.
7.34 – Ein Gläubiger (Georges ?): Und Sie selbst sind auch frei!
Mgr. Job: Ich bin Christus untertan. Ich bin der Kirche untertan. Der kanonischen Ordnung der Kirche (Stimmengewirr)
7.50 – Georges: Monseigneur, wir erkennen Ihren Episkopat an, wir haben mit Ihnen gemeinsam und unter Ihrem Vorsitz die Göttliche Liturgie gefeiert, und Sie können mich später korrigieren. Aber gerade deshalb können wir das Wort {„hors“/außerhalb} nicht in dieser diktatorischen Art und Weise akzeptieren. Ich diskutiere mit dem Bischof, den ich respektiere und aus dessen Händen ich die Kommunion empfangen habe. Monseigneur, Sie sind da, um der Einheit dieser Diözese zu dienen, und wir halten Sie weder für einen Lügner, noch für einen Heuchler, für absolut nichts dergleichen. Ich gehöre nicht zu ACER, ich gehöre zur Kirche Christi, und auch Sie gehören zur Kirche Christi. Wir bitten Sie darum, die Einheit dieses Leibes {Christi} wiederherzustellen. Vater Christophe gehört zu diesem Leib, Sie gehören zu diesem Leib, und auch der Patriarch als gegenwärtiges Haupt dieses Leibes, als Bild Christi. Also glauben wir an die Kirche, die heilig und eine ist. Wir bitten Sie, dieses Problem zu lösen, denn wir glauben nicht nur an die Kanones, wir glauben an Christus. Darum seien Sie bitte unser Repräsentant! Repräsentieren Sie diese Ortskirche und verteidigen Sie diese Kirche auch gegen den Teufel, weder gegen uns {wahrscheinlich „nous“ statt „vous“}, noch gegen den Patriarchen.
9.25 – Mgr. Job: Wenn Ihr an Christus glaubt und wenn Ihr an die Kirche glaubt – die Kirche wird geleitet von der Heiligen Synode, und die Heilige Synode wird das Problem lösen.
- Ein Gläubiger: Und wird sie auch vom Heiligen Geist geleitet?
- Mgr Job: Die Heilige Synode handelt immer durch den Heiligen Geist. (Stimmengewirr)
- Georges: Wir bitten Sie darum, Mgr, sich für die Wiederherstellung dieser Einheit einzusetzen.
9.50 – Mgr Job: Hören Sie zu, Georges! Ich tue nichts anderes, als zur Einheit aufzurufen. Ich tue nichts anderes als dazu zu ermahnen, dass all diese Verleumdungen, die zirkulieren und sich ausbreiten, aufhören … (Stimmengewirr) Hören Sie! Sie wissen ganz genau, was diese Internetseiten sind, rue 89, all diese Verleumdungen… Ich weiß ganz genau, woher alle diese Verleumdungen stammen, und ich bete für die Feinde. (…) ich will Euch nur eines sagen: Wenn Ihr die Einheit wiederherstellen wollt, dann muss das alles aufhören; … Das ist es, was ich geschrieben habe. Ich habe das ACER geschrieben. Ich habe dem Präsidenten geschrieben, dass es nicht normal ist, dass ich nicht informiert worden bin. Wenn Ihr einen Geistlichen wollt, wenn Ihr Euch als eine Vereinigung der Kirche betrachtet, dann muss der Geistliche den Segen seines Bischofs haben. Ein Priester hat nicht das Recht, seine Gemeinde ohne den Segen seines Bischofs zu verlassen. Auch ich habe nicht das Recht, meine Diözese ohne den Segen des Patriarchen zu verlassen. Jedes Mal, wenn ich ins Ausland fahren will, muss ich dazu den Segen des Patriarchen erbeten. Ein Priester darf seine Gemeinde ohne den Segen seines Bischofs nicht verlassen. Ohne den Segen seines Bischofs darf er keine große Aktion nicht einen einzigen Auftrag übernehmen. In diesem Punkt sind ACER und V. Christophe schuldig. V. Christophe hat sich auch vieles andere zu Schulden komme lassen. Man hat ihn immer wieder dazu eingeladen, Buße zu tun. Er will seine Irrtümer nicht erkennen. Er spielt, er sei … ich weiß nicht, was … er sei das Opfer … etc. … etc. … Wenn Ihr es vorzieht, Ihm zu glauben, so steht es Euch frei.
eiligen GeistesHeiligen Geistes.Aber ich sage Euch: Ich habe zur Einheit ermahnt. Und das mehrmals, in all meinen Botschaften. Ich habe ACER geschrieben und Anweisungen erteilt. Wenn Ihr die respektiert, wird die Ordnung wiederhergestellt, wird der Dialog wiederhergestellt sein. Aber wenn Ihr tut, was Ihr wollt – hört: Ihr seid frei! Aber in diesem Fall bezeichnet Euch bitte nicht als eine Vereinigung der Kirche! Eine Kirche ohne Bischof gibt es nicht! (Stimmengewirr)
13.20 Igor: Monseigneur, was Ihren Segen betrifft: Sie wissen, ich habe Ihnen eine e-mail geschickt. Das war vor dem Camp im Jahr 2014. Sie waren damals sechs Monate, seit November, hier. Als Organisator des Camps habe ich Ihnen eine e-mail geschickt. Ich habe Ihnen gesagt, dass es schon Tradition ist, V. Daniel Cabagnols, V. Serge Sollogoub und V. Christophe dabei zu haben, die seit sehr langer Zeit dabei sind, die quasi die offiziellen Geistlichen {des Camps} sind, und ich habe Ihnen gesagt, dass wir gern auch V. Jean-Clément dabei hätten … ich habe Sie um Ihren Segen gebeten, weil er aus einer anderen Diözese kommt. Es stimmt: Ich habe Ihnen diese mail geschickt, und Sie haben mir geantwortet und gesagt: „Einverstanden. Ich habe Vertrauen in Euch. Alles Gute für das Camp!“ Wir hatten Sie in jenem Jahr auch zum Camp eingeladen. Leider hat es, als man das achtzigjährige Jubiläum des Camps in Vitjaz feierte, sehr viel geregnet. Sie konnten nicht kommen. Die Sache war aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Danach, es ist wahr, im Jahr 2015 habe ich Ihnen keine mail geschickt. Aber warum? Weil man jetzt in unserer Kirche Angst hat. Die Leute haben Angst, mails zu schicken. Wir haben Angst, miteinander zu sprechen. Wir kommen hierher, nicht um Sie zu beschimpfen, Sie einen Lügner zu nennen, sondern um zu versuchen, diese Einheit wiederherzustellen. Wir wissen: Das Erzbistum ist komplex. Wir wissen: Es gibt Menschen aller Immigrationen, aller Sprachen, aller Länder. Sie haben ganz unterschiedliche Menschen: solche, die man „Modernisten“ nennen kann; Sie haben „Traditionalisten“, und das ist gleichfalls ein unpräzises Wort. Jeden muss man in seiner Einzigartigkeit annehmen. Und ACER zerstört die Kirche nicht. Jedes Jahr entdecken 200 Kinder die Orthodoxie {im Camp} wie nirgends sonst. Kommen Sie und sehen Sie! Es gibt sogar ukrainische Kinder …
15.05.- Mgr Job: Ich habe mich nie geweigert, ACER zu besuchen. Ihr habt mich 2014 zum Camp eingeladen. Ich war gerade im Begriff zu kommen, da habt Ihr mir gesagt: „Kommen Sie nicht. Es gibt Überschwemmungen, Unwetter. Wir werden Sie nächstes Jahr einladen.“ Das war der letzte Kontakt seit dem vergangenen Jahr. Ich habe mich niemals geweigert, ACER zu besuchen. Ich will ACER nicht zerstören. Im Gegenteil, ich werde sehr glücklich sein, einen Vortrag bei ACER zu halten. Ich habe immer gesagt, dass ich bereit bin, jeden zu empfangen. Aber man muss mich zuerst einladen, damit ich komme. Ihr müsst bereit sein, zu hören, was ich Euch zu sagen habe. Und man muss die kanonische Ordnung respektieren. Ihr wisst: Ich habe eine Arbeit. Die Aufgabe, die mir von der Kirche anvertraut wurde, ist: über die kanonische Ordnung und die Einheit der Kirche zu wachen.
16.20 Georges: Die ersten christlichen Gemeinden hatten kein kanonisches Recht, Monseigneur! Die waren auch Teil der Kirche! Sie sind der Hirte!
- Mgr Job: Georges, hören Sie! Die ersten Kanones stammen von den Aposteln
- Georges: und vom Evangelium.
- Mgr Job: Kein Mensch bestreitet das. Aber in der orthodoxen Kirche, in der Kirche gibt es die ökumenischen Konzilien und die Kanones. Lassen Sie mich beenden, was ich Ihnen zu sagen habe. Was ich Ihnen sage, können Sie annehmen oder nicht. Sie sind frei. Ich sage Ihnen, wie es in der Kirche ist. In der Kirche, zum Heil der Menschen. (Stimmengewirr)
17.20 Möglicherweise waren einige von Euch nicht da oder haben die Predigt von heute morgen nicht gehört. Sie war auf Russisch. Ich will sie Euch übersetzen. Das Evangelium von heute handelt von der Feindesliebe. Ich habe heute morgen gesagt, dass das Evangelium von heute das Herz des Evangeliums und das Herz der Lehre Christi sei. Oft haben wir ein Problem, das für die Gegenwart chrakteristisch ist: Was wir unter Liebe verstehen, ist oft in Wirklichkeit eine Leidenschaft. Die Menschen lieben, weil sie dafür belohnt werden wollen, sei es mit Liebe, sei es mit einem guten Gefühl, sei es mit Vergünstigungen. Und wenn sie damit keinen Erfolg haben, hören sie auf zu lieben. Darum finden wir in unserer Gesellschaft so oft Familien, Paare, die auseinanderbrechen, die verkommen, die sich trennen. Denn man sagt: Also mein Mann liebt mich nicht mehr. Meine Frau liebt mich nicht mehr. Was bedeutet das? Das bedeutet: Es war keine Liebe. Es gab nur Gefühle, Leidenschaft. Man hat etwas gespürt und spürt es nicht mehr. Die wahre Liebe ist der Opfermut. Das zeigt das Beispiel, das Christus uns gibt. Gott wird Mensch, um die Menschheit zu erlösen. Christus ist gekreuzigt. Christus gibt uns das Beispiel seines Opfermutes. Dieser Opfermut beinhaltet die Demut, die Geduld und das Leiden. Er beinhaltet auch die Reue. Das geistliche Leben der orthodoxen Kirche basiert auf der Geduld, der Demut und der Reue. Wenn Christus uns gebietet, unsere Feinde zu lieben, bedeutet das nicht, uns in ein sentimentales, romantisches Liebesabenteuer zu stürzen, wie man es in der romantischen Literatur des 19. Jahrhunderts lesen kann. Das hat gar nichts damit zu tun. Feindesliebe bedeutet vor allem, für die Feinde zu beten, sie nicht zu hassen, sie nicht herabzusetzen. Und das tut man mit Geduld, mit Demut und mit Reue und vor allem mit Gebet. Mit anderen Worten: ich lade Sie ein zu Geduld, zu Demut, zu Gebet.
20.55 – eine Stimme: Monseigneur, wäre es nicht vielleicht Ihre Aufgabe, uns ein Beispiel zu sein?
- Andere Stimme: Ist V. Christophe ein Feind?
- Mgr Job: Nein, er ist kein Feind. Er hat Fehler begangen. Wir haben ihn mehrmals eingeladen, zu bereuen. Monseigneur Jean von Charioupolis ist vor zwei Wochen auf meinen Wunsch hingefahren, ihn persönlich zu sehen und ihn aufzufordern, zu bereuen. Leider ist er …
- Eine Stimme: Was hat er {Vater Christophe} getan?
- Mgr Job: Hört: Wenn Ihr eine öffentliche Beichte ablegen wollt, fangt damit an, dass Ihr öffentlich vor aller Welt beichtet, vor aller Welt sagt, was Eure Sünden sind, und dann können wir darüber diskutieren.
- Eine Stimme: {Was hat das eine mit dem anderen zu tun?} Was gibt es da für einen Zusammenhang?
21.50 Mgr Job: Der Zusammenhang ... – In der orthodoxen Kirche gibt es eine Hierarchie. Der Priester ist dem Bischof unterstellt, der Bischof der Synode.
- eine Stimme: Und die Laien?
- Mgr Job: Die Laien unterstehen ihren Priestern, die ihrem Bischof unterstehen. (Stimmengewirr) Ihr seid frei, wie ich Euch gesagt habe.
22.22 – Cyrille: Ich will ein letztes Wort sagen, und dann werden wir aufbrechen. Monseigneur, wir wollen die Einheit. Wir wissen, dass Sie der Garant dieser Einheit sind. Wir wollen die Einheit unserer Diözese. Denn das Problem ist nicht nur ACER, es ist nicht nur V. Christophe. Das Problem ist größer als das, und Sie wissen das. Es gibt viele Priester, die leiden. Es gibt viele Seelen in unserer Diözese, die jetzt leiden. Wir kommen mit Liebe, mit Respekt vor Ihrem Amt, mit Liebe für Ihre Person, um Ihnen, Monseigneur, von Angesicht zu Angesicht zu sagen: Das kann so nicht weiter gehen! Man muss eine Lösung finden. Wir glauben, dass wir mit der Hilfe Gottes eine Lösung finden können, die sowohl für Sie als auch für uns, Ihre Herde, die wir Sie lieben und respektieren, und für die Kirche Gottes gut sein wird. Denn wir erkennen uns nicht in dieser Art, das Bischofsamt auszuüben. Darum danken wir Ihnen jetzt mit Liebe und Andacht {recueillement}, dass Sie uns angehört haben. Sie sollen wissen: Wir sind absolut bereit, diesen Dialog fortzusetzen im Geist des Respekts, der Aufgeschlossenheit. Aber man muss schnell handeln, denn wir können nicht mehr. Die Kirche ist zerrissen. Das Gewand steht im Begriff, zu reißen. Einfach, weil wir nicht wollen, dass das geschieht, kommen wir. Man muss schnell handeln. Für viele wird die Situation unerträglich. Es ist Christus, der wegen unserer Schwächen leidet. Jetzt machen wir Schluss. (Stimmengewirr)
24.15 eine junge Frau auf Englisch: … zusammen beten.
- dann auf Französisch: Können Sie eine Vigil organisieren, die eine ganze Nacht dauert? Damit wir darum beten, unser Problem zu lösen. Können Sie das für uns organisieren?
- Mgr Job: Es gibt eine Agrypnie {einen ganznächtlichen Gottesdienst} am 2. Dezember, die um 20 Uhr beginnt, für die Bewahrung der Schöpfung, an der alle orthodoxen Bischöfe von Frankreich teilnehmen. Sie alle sind Teil der Schöpfung. (Stimmengewirr)
25.00 – Cyrille: Wir wollen das Erzbistum retten, Monseigneur; wir wollen das Erzbistum retten!
- Mgr Job: Soweit ich weiß, gibt es niemanden, der es zerstört. Wenn wir die kanonische Ordnung respektieren … Ich sage Ihnen: Die kanonische Ordnung ist das Heil der Organisation der Kirche. (Stimmengewirr)
- Anne: Wie steht es mit dem Institut Saint Serge? (Stimmengewirr)
- Mgr Job: Für das Institut Saint Serge nehmen Sie bitte ein Faltblatt, wenn Sie hinausgehen. Wir sammeln gerade Geld für die Restauration der Gebäude. Es handelt sich um ein Projekt, das zwei Millionen Euro kostet. Nehmen Sie (ein Faltblatt) und seien Sie großzügig! (Stimmengewirr)
26.40: Man muss anfangen, die kanonische Ordnung zu respektieren, und aufhören, die Bischöfe und den Patriarchen als Lügner hinzustellen. (Stimmengewirr)
- eine Stimme: Und wir?
- Mgr Job: Niemand behandelt Sie wie Lügner! Niemand! Denken Sie ja nicht, die Synode oder die Bischöfe würden sich eine Entscheidung leicht machen! Wenn Sie so denken, täuschen Sie sich zutiefst.
-Cyrille: Monseigneur, unser Problem ist viel größer als nur das. Unser Problem sind nicht nur Vater Christophes Akten. Es gibt viele Priester und Gläubige, die leiden.
27.30 –Mgr Job: Die Priester und Gläubigen, die leiden, brauchen nur zu schreiben! (Stimmengewirr)
-Cyrille: Wir wollen einen Dialog von Angesicht zu Angesicht. Einen Dialog der Liebe und mit Respekt. (Stimmengewirr)
-A-Maire: Die Priester, die Ihnen schreiben, werden sofort bestraft. Ich weiß, wovon ich spreche. (Stimmengewirr)
-Mgr Job: Seid Euch über eine Sache im Klaren: Es gibt eine Art und Weise, wie man schreibt.
-Cyrille: Monseigneur, haben Sie keine Angst! (Stimmengewirr)
-Mgr Job: Ich habe keine Angst, vor Nichts und Niemandem.
-Cyrille: Besuchen Sie uns, sprechen Sie mit uns
-Mgr Job: Ladet mich ein, zum Kongress, zum Camp. (Stimmengewirr)
-Cyrille: Sie sind immer herzlich willkommen (Stimmengewirr)
-Mgr Job: Ich habe keine Einladung für das Camp bekommen (Stimmen)
-Cyrille: Weil es klar ist: Sie sind unser Hirte, Sie sind immer willkommen. (Stimmen)
28.29 –A-Marie: Wir haben Sie zu unserer Gemeinde eingeladen, Sie haben abgesagt.
-Mgr Job: Welche?
-A-Marie: St. Hermogène; Marseille; Vater Jean Gueit
-Mgr Job: Ich habe es aufgeschoben.
-A-Marie: Sie sind nicht gekommen.
-Mgr Job: Ich habe es aufgeschoben, aber Ihr habt mich nicht wieder eingeladen. (Stimmen)
-Eine Dame des Sestritshestvo (Schwesternschaft) fängt an, etwas auf Russisch zu sagen, dann: Wir sind eine Russisch-Orthodoxe Kirche. Wenn Sie {Russisch} nicht verstehen, kann ich nichts für Sie tun. Wir haben alle empfangen.
Im allgemeinen Stimmengewirr, eine Konversation zwischen Mme Markoff und Cyrille (?)
30.25 –Mme Markoff: Das Problem mit den Zeichnungen und den Videos muss unbedingt behoben werden.
-Cyrille (?): Wir wissen nicht, wer das ist! Das sind nicht wir. ACER ist es nicht.
-Mme Markoff: Ich wüsste es nur zu gerne, wer das ist.
-Cyrille (?): Fragen Sie den Erzbischof, offenbar weiß er es. Wir sind es nicht. ACER ist es nicht.
-Mme Markoff: Die Zeichnungen, die Petitionen...wir haben genug davon!
-eine Stimme: Wenn Sie nur wüssten, wie auch wir leiden! Wenn Sie nur wüssten, wie wir leiden!

Allgemeines Stimmengewirr und vereinzelte Gespräche, mit dem Erzbischof und mit dem Sekretär A. Gudko...
37.00 Abgang


Anmerkung: In { } stehen Zusätze, die die französische Erstfassung nicht enthält.
Dabei handelt es sich entweder um die Wiedergabe von Diskussionsbeiträgen, die im französischen Text fehlen, oder um redaktionelle Zusätze zur Verdeutlichung des Zusammenhangs.


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